Bursitis olecrani – Schleimbeutelentzündung Ellenbogen

Bursitis olecrani Orthopädische Praxen Dr. S. Grüner Köln Kalk - Lindenthal

Bursitis olecrani Orthopäde Orthopädie Köln Kalk Lindenthal

Einleitung

Schleimbeutel bilden sich am Körper überall dort, wo eine besondere mechanische Belastung besteht. Einer dieser Stellen ist die Ellenbogenspitze. Im normalen Zustand kann man den Schleimbeutel weder sehen noch tasten. dies ändert sich jedoch, wenn eine Schleimbeutelentzündung auftritt.

Bursitsis olecrani Ellembogen
Ellenbogenmodell: Pfeil Schleimbeutellage

Symptome

Bei einer akuten Entzündungzeigen sich die klassischen Zeichen mit Rötung, Schwellung, Druckschmerzhaftigkeit und in der Folge auch schmerzbedingte Einschränkung der Bewegung. Bei einem chronischen Verlauf reduzieren sich die klassischen Entzündungszeichen, der Schleimbeutel bleibt jedoch verdickt, tastbar und oft auch schmerzhaft. Die chronische Entzündung kann jederzeit in einen akuten Zustand überwechseln. Die Schwellungen resultieren einerseits aus Flüssigkeitsansammlung im Schleimbeutel. Dies kann normale Gewebsflüssigkeitssein, aber auch mit Blutbeimischungen oder manchmal rein blutig. In seltenen Fällen findet man auch Eiter.

Bei chronischen Verläufen können sich Reis kornartigefeste Strukturen bilden, hier tastet man dann auch ein typisches Knirschen. Hierbei findet man häufig dann auch eine Verdickung der Schleimbeutelwand als Ursache der Schwellung.

Ursachen

Ursächlich hierfür sind akute offene und stumpfe Verletzungen, chronische Druckschäden, auch rheumatische Erkrankungen, Gicht, Infektionen und andere Ursachen.

Therapie

Zur Behandlung der akuten Entzündung eignen sich die Entlastung, Kälteanwendungen und Salbenverbände, in manchen Fällen ist auch eine Ruhigstellung notwendig.

Bei einer deutlichen Flüssigkeitseinlagerung bringt eine Punktion oft eine rasche Beschwerdelinderung. Voraussetzung hierfür ist aber eine Hautbeschaffenheit, welche auch eine Punktion möglich macht: so kann z.B. bei einer schmierigen verdreckten Hautwunde durch eine Punktion eine zusätzliche bakterielle Infektion im Schleimbeutel hervorgerufen werden.

Die hierbei gewonnene Flüssigkeit kann auch ärztlich wichtige Informationen über die Ursache der Schleimbeutelentzündung liefern. In manchen Fällen ist hier auch eine Laboruntersuchung der Flüssigkeit sinnvoll, um z.B. rheumatische Erkrankung, Infektionen oder auch einen Gichtanfall nachweisen zu können.

Darüber hinaus können verschiedene Verfahren der physikalischen Therapie, Bandagen und abschwellende Medikamente (NSAR) hilfreich sein.

Die Punktion kann in manchen Fällen auch sinnvoll wiederholt werden, gegebenenfalls auch unter Zusatz eines Kortisonpräparates. Die Anzahl der Punktionen und gegebenfalls auch die Zugabe von Medikamenten sollten jedoch in der Anzahl und im zeitlichen Abstand limitiert werden, schon alleine um eine bakterielle Superinfektion zu vermeiden. Spätestens die dritte Punktion innerhalb kurzer Zeit kann zuviel sein, wobei immer ärztlich die besonderen individuellen Umstände betrachtet werden müssen – keine Regel ohne Ausnahme.

Tritt die Schleimbeutelentzündung im Rahmen einer Gicht oder einer rheumatischen Erkrankung auf, sollte auch diese generell behandelt werden: bei der Gicht durch entsprechende Diät und bei beiden durch jeweil spezielle Medikamente. Die alleinige lokale Behandlung erreicht dann nicht mehr aus, da die Entzündung jederzeit wieder auftreten oder sich chronifizieren kann.

Selten kann eine Schleimbeutelentzündung auch durch eine direkte penetrierende Verletzung entstehen, hier besteht auch die Gefahr der bakteriellen Infektion, welche auch – noch viel seltener – bei generellen bakteriellen Infektionen des ganzen Körpers (sogenannte Sepsis) entstehen kann.

In Einzelfällen reichen die konservativen Maßnahmen nicht aus, dann kann der Schleimbeutel auch operativ entfernt werden. Hierbei besteht jedoch die Gefahr eines Rezidives.

Schleimbeutelentzündung als Berufskrankheit

Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine chronische Schleimbeutelentzündung auch eine Berufskrankheit darstellen (BK 2105) . Hierzu bedarf es jedoch einer entsprechenden beruflichen Belastung mit meist chronischen Druckschäden. Voraussetzungen sind eine chronische Entzündung, eine Belastungskonformität sowie der Ausschluss konkurrierender Ursachen (Unfall, bakterielle Infektion, manche Stoffwechselerkrankungen, spezielle körpereigene Besonderheiten,  andere Belastungen außerhalb des Berufes).

Vorbeugung (Prophylaxe)

Je nach Ursache der Schleimbeutelentzündung kann man versuchen, ursächliche Faktoren zukünftig zu vermeiden.

Am häufigsten handelt es sich hierbei um die Druckentlastung durch ein Vermeiden von starken und/oder chronischen mechanischen Belastungen. Dies kann man z.B. dadurch erreichen, indem man den Ellenbogen möglichst wenig aufstützt. Kann man dies nicht immer vermeiden, so können auch Ellenbogenschoner helfen, den lokalen Druck auf eine breitere Fläche zu verteilen und somit zu reduzieren.

Überarbeitete Version eines Artikels, erschienen auf orthinform

Autor Dr. Stephan Grüner Köln dr-gruener.de

Um Beachtung der allgemeinen Hinweise wird gebeten.

23.09.2020

Bildquellen
Titelbild: Urheber ID 46173, Quelle Pixabay
Bild 1: Dr. S. Grüner, keine Nutzungsrechte

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